Verkartung von Hornberg steht online zur Verfügung

3. August 2026 | |

In einer Verkartung sind die Familien eines Ortes oder Kirchspiels auf Karteikarten systematisch erfasst. Damit ist sie ein nützliches Hilfsmittel für die Ahnenforschung, da nicht mehr in den Kirchenbüchern selbst recherchiert werden muss. Das spart Zeit und ermöglicht auch Personen, die historische Handschriften nicht lesen können, Zugang zu den Daten aus den Kirchenbüchern.

Hornberg liegt im Mittleren Schwarzwald bzw. im Ortenaukreis. Die Stadt war bis 1810 Sitz einer Spezialsuperintendentur bzw. eines Dekanatamts im Herzogtum bzw. Königreich Württemberg, dann eines Dekanatamts im Großherzogtum Baden bzw. in der Evangelischen Landeskirche in Baden. Dieses wurde schließlich Ende 2007 aufgelöst. Außerdem war Hornberg Sitz eines württembergischen Amts bzw. ab 1758 eines Oberamts und ab 1810 eines badischen Amts bzw. ab 1813 eines Bezirksamts, welches aber 1857 aufgelöst wurde.

Beispielseite aus der Verkartung

Die Verkartung enthält hauptsächlich Daten aus den Kirchenbüchern des evangelischen Pfarramts Hornberg mit den dazugehörigen Filialen Reichenbach und Hohweg (bis 1821), einem Ortsteil von Gutach (Schwarzwaldbahn). Außerdem sind evangelische Personen aus Nußbach und Gremmelsbach enthalten, die heute Stadtteile von Triberg im Schwarzwald sind. Aus dem 20. Jahrhundert sind außerdem Daten aus standesamtlichen Registern oder anderweitig erhobene Daten zugezogener Einwohner enthalten, weshalb auch katholische Personen in der Verkartung zu finden sind. Darüber hinaus enthält die Verkartung Daten aus der Zeit vor den Kirchenbüchern, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, vor allem zu Ober- und Untervögten, Kellnern und anderen Beamten.

Die Karten sind nach den Jahrgängen der Familienväter sortiert und die Laufzeitangaben geben diese wieder. Die Daten reichen weit ins 20. Jahrhundert hinein; die jüngsten Kinder sind im Jahr 1996 geboren.

Die Verkartung besteht hauptsächlich aus DIN-A5-Karten, die meist nur auf der Vorderseite handschriftlich, aber gut lesbar beschrieben sind, vgl. Beispiel. Vereinzelt fehlen Karten. Teilweise sind Ahnentafeln, Zeitungsauschnitte oder andere Beilagen vorhanden.

Die Verkartung wurde wahrscheinlich im Zeitraum von etwa 1980 bis 2000 von Gottfried Hehl (1922–2013), einem Mitarbeiter der Kirchengemeinde Hornberg, erstellt. Sie wurde im März bzw. Juni 2026 digitalisiert und verzeichnet.

Das Original der Verkartung befindet sich im Standesamt Hornberg. Die Digitalisate stehen Forschenden in unserem virtuellen Lesesaal zur eigenen Benutzung zur Verfügung. Alle Karten, die Jahrgänge ab 1927 enthalten – sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern – sind für die Benutzung gesperrt. Deshalb können die jüngeren Jahrgänge Lücken in der Kartennummerierung aufweisen. Außerdem sind nicht alle auf den Deckblättern aufgeführten Namen tatsächlich enthalten.

Anfragen zu Familien, deren Karten für die Benutzung gesperrt sind, können an das Archiv gerichtet werden. Hierbei muss die Abstammung zu den betroffenen Personen mittels Geburts- und Hochzeitseinträgen o. Ä. nachgewiesen werden.