Vortrag zur Geschichte der Karlshöhe und Eröffnung einer historischen Ausstellung

Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, hielt Dr. Jakob Eisler einen Vortrag über die facettenreiche Geschichte der Karlshöhe. Die Veranstaltung fand im Stadtarchiv Ludwigsburg in der Mathildenstraße 21 statt und begann um 18:30 Uhr.

Der Vortrag war Teil der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Karlshöhe. Anlässlich dieses Jubiläums wurde im Foyer des Stadtarchivs eine Ausstellung zur Geschichte der Karlshöhe eröffnet. Sie umfasst acht Stelltafeln sowie drei große Vitrinen mit Archivalien, Dokumenten und Fotografien aus der Geschichte der Einrichtung.

Der Vortrag von Dr. Jakob Eisler vom Archiv der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil stellte er die Entstehung und Bedeutung der Gründung der Karlshöhe dar. Die Karlshöhe Ludwigsburg ist ein prägnantes Beispiel für die praktische Umsetzung der Ideen der Inneren Mission in Württemberg. Seit ihrer Gründung im Jahr 1876 verbindet sie die Ausbildung diakonischer Fachkräfte mit konkreter sozialer Hilfe für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Damit verwirklicht sie den von Johann Hinrich Wichern und Christian Heinrich Zeller formulierten Anspruch, christlichen Glauben durch tätige Nächstenliebe sichtbar werden zu lassen.

Im zweiten Teil zeigte Eisler auf, dass die Wurzeln und Einflüsse bei der Gründung der Karlshöhe nicht ausschließlich bei Wichern zu suchen sind. Wesentliche Impulse kamen vielmehr aus dem südwestdeutschen Raum, insbesondere aus Basel. Dort wirkte Christian Friedrich Spittler, der Sekretär der Deutschen Christentumsgesellschaft. Seine Ideen und Initiativen trugen zur Gründung zahlreicher Rettungsanstalten bei. Diese dienten teilweise als Vorbilder für die Karlshöhe.

Eisler verglich die Pilgermission St. Chrischona, die Neinstedter Anstalten im Harz und die Karlshöhe miteinander. Er arbeitete sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede dieser Einrichtungen heraus und zeigte ihre jeweiligen theologischen und sozialdiakonischen Prägungen auf.

An der Veranstaltung nahmen über 80 Zuhörerinnen und Zuhörer teil. Die historische Ausstellung im Stadtarchiv Ludwigsburg ist noch bis Ostern des kommenden Jahres zu sehen.