Nachlass des Religionslehrers und Pfarrdiakons Eugen Müller (1927-2006) übernommen
In der letzten Woche wurde dem Landeskirchlichen Archiv der Nachlass des Religionslehrers und Pfarrdiakons Eugen Müller (1927-2006) übergeben.
Nach Reichsarbeitsdienst (1944/45) und Kriegsgefangenschaft absolvierte Eugen Müller zunächst eine Elektroinstallationslehre, bevor er 1949/50 Aspirant der Diakonenanstalt Karlshöhe Ludwigsburg wurde und 1950-1953 eine Ausbildung zum Gemeindehelfer und Katechet ebenda machte. 1953/54 arbeitete Müller als Jugendwart im Kirchenbezirk Rheinbischofsheim und war ab 1954 Religionslehrer in Kehl. 1970 begann er als Pfarrdiakon seinen Dienst in der Gemeinde Kehl-Sundheim und schließlich seit 1971 als Verwalter der Johannespfarrei Kehl. Zum 1. Januar 1990 ging er in den Ruhestand.
Der dienstliche Nachlass enthält in der Hauptsache Predigten (chronologisch, auch nach Kirchenjahr), aber auch Texte (Gottesdienstabläufe, Gebete, Liturgien, Betrachtungen), Kasualansprachen, Materialien zur Gemeindearbeit (Krippenspiele, Bildbetrachtungen, Familiengottesdienste, Sprechmotetten, biblische Spiele, Bibliodramen usf.). Des Weiteren sind Ausbildungsunterlagen, Prüfungsarbeiten, -predigten und -katechesen unter den Unterlagen.
Eugen Müllers Nachlass reiht sich ein in nun insgesamt 114 Nachlässe von Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens unserer Landeskirche in unserem Archiv. Allerdings ist er der einzige Nachlass eines als Pfarrdiakons eingesetzten Theologen. Damit schließt er eine Lücke, weil er beispielhaft aufzeigt, wie ab den 1970er Jahren eingesetzte Pfarrdiakone theologisch und gemeindlich gearbeitet haben.
Mit 1,2 lfm. ist der Nachlass sehr umfangreich; die Laufzeit umfasst die Jahre 1952 bis 1998. Er wird hoffentlich zeitnah erschlossen werden können, um ihn besser recherchierbar zu machen. Einsehbar ist er allerdings schon jetzt. Den Nachweis, ein Biogramm und eine Bestandsbeschreibung finden sich in der Nachlassdatenbank des Bundesarchivs.





