Religion in der Kunst: Der Nachlass der Karlsruher Künstlerin Erika Nöldeke-Christaller (1896-1963)
Im 60. Todesjahr konnte nach kurzer Bearbeitungszeit nun der Nachlass von Erika Nöldeke-Christaller (1896-1963), bereits im Jahr 2009 übergeben, vollständig erschlossen und damit nutzbar gemacht werden. Dabei lässt sich mühelos erkennen, welchen zentralen Punkt die Kunst im Leben von Erika Nöldeke-Christaller einnahm und wie ihre Zuneigung zum Glauben darauf mit den Jahren zunehmend Einfluss ausübte.
Erika Nöldeke-Christaller wurde am 12. November 1896 in Rudmersbach (Ottenhausen) als viertes Kind des Pfarrers Gottreich Erdmann Christaller und der Schriftstellerin Helene Christaller geboren. 1913 erlernte sie, ohne zuvor eine öffentliche Schule besucht zu haben, an der Kunstschule in Bensheim die Grundlagen von Malen und Zeichnen. Von 1914 bis 1917 studierte sie an der Kunstakademie in München und arbeitete anschließend u.a. als Haustochter. Am 12. März 1919 heiratete Erika Nöldeke-Christaller den angehenden Juristen Alexander Nöldeke und beide bezogen eine Wohnung in Karlsruhe.
Aufgrund mütterlicher Verpflichtungen musste die Kunst zu dieser Zeit immer kürzertreten und erst in den 1930er Jahren, nachdem Nöldeke-Christaller im vorausgegangenen Jahrzehnt auch mit vielen Krankheiten zu kämpfen hatte, findet sie wieder Muse und Kraft für graphische Arbeiten. Am 9. Juni 1963 verstarb Erika Nöldeke-Christaller und wurde in Rüppurr bestattet.
Der übergebene Nachlass beinhaltet ausschließlich künstlerische Arbeiten. Darunter fallen etwa Bilder mit dazugehörigen Gedichten, etliche Bilder- bzw. Skizzenbücher und Zeichenhefte, Entwürfe für Büchereinbände, Bilder zu bestimmten Bibelversen sowie Bilder mit dazu entworfenen Notenblättern, zwei posthum veröffentlichte Buchexemplare (durch Witwer Alexander Nöldeke: ‚Wir rufen Dich Gott‘, 1966 und ‚Der Kampf mit dem Engel und andere Erzählungen‘,1966), Gedichte und eine Kunstmappe. Zudem liegen zahllose Werke retrodigitalisiert vor.
Der Nachlass „Erika Nöldeke-Christaller“ (Bestand 150.075) kann nun im Findmittel online recherchiert und im Lesesaal eingesehen werden. Allerdings wurden über 400 Werke in den Bestand 153., Grafik- und Gemäldesammlung, aufgenommen. (Vgl. Online-Findbuch)






