Bestand Bad Antogast und Altschweier erschlossen
Ab sofort steht im Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs ein neuer Bestand zur Benutzung zu Verfügung. Der Bestand 071.01 Flüchtlingslager Bad Antogast und Altschweier beinhaltet vor allem Unterlagen aus dem Lager Bad Antogast im Maisachtal bei Oppenau in Südbaden. Dort wurde zu Beginn der 1950er Jahre ein sogenanntes Landesdurchgangslager vom Land Baden-Württemberg eingerichtet. In dem Lager waren zunächst Jugendliche aus der DDR untergebracht, dann ungarische Jugendliche und später geflüchtete Familien aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Baden beschäftigte dort Fürsorgerinnen, die sich vor Ort um die Belange der Menschen kümmerten. Bei dem Bestand handelt es sich denn auch um die Unterlagen des Hilfswerks, dessen Hauptstelle im Gebäude des Evangelischen Oberkirchenrats in Karlsruhe war. Ein kleiner Teil der Unterlagen bezieht sich auf den Kindergarten des Landesdurchgangslagers Altschweier bei Bühl (Baden). Gertrud Hamman, damals Landesfürsorgerin des Hilfswerks, kümmerte sich in dieser Eigenschaft auch um den dortigen Lagerkindergarten.
Der Bestand enthält einen hohen Anteil personenbezogener Daten. Für die betreffenden Akten wurden daher Schutzfristen hinterlegt. Diese können auf Antrag im Einzelfall verkürzt werden.In dem Gebäude in Bad Antogast, in dem sich in den 1950er Jahren das Flüchtlingslager befand – ein mondänes Kurhaus aus der Zeit der Jahrhundertwende – befindet sich heute übrigens ein internationales Zentrum für Yoga und Ayurveda.Die Abbildungen – Auszüge aus den Bad Antogaster Unterlagen – zeigen grundlegende Probleme der Flüchtlingsthematik von damals auf. Diese sind heute aktueller denn je.
- Begrüßungsrede des Lagerleiters vom März 1956 (LKA KA 071.01 Nr. 32)
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