Mit der badischen Union geht es los: Die Karlsruher Münzsammlung wird erschlossen
Ein eher ungewöhnlicher badischer Bestand, der derzeit erschlossen wird, ist die Münzsammlung des ehemaligen Landeskirchlichen Archivs in Karlsruhe. Münzen und Medaillen sind in der Regel kein Teil der planmäßigen Überlieferung, die das EABW erreicht. Die Sammlung, organisch vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart gewachsen, bietet viele historisch und künstlerisch interessante Objekte.
Ein solches Objekt ist die Medaille zur Kirchenunion von 1821 aus Heidelberg (EABW, S 167, Nr. 2). Auf dem Avers steht ein sich am Stamm teilender und in der Krone wieder zusammenwachsender Baum, der auf einer Bibel fußt. Im Hintergrund ist der Ausgang aus dem Odenwälder Neckartal zu sehen, am Hang des Königsstuhls ist zudem das Heidelberger Schloss angedeutet. Letztlich steht hinter dem Kleinen Odenwald die aufgehende Sonne.
- Avers. Die Medaille misst 23mm im Durchmesser. EABW, S 167, Nr. 2.
- Revers. EABW, S 167, Nr. 2.
Das Bild wird durch einen lateinischen Text ergänzt:
„In uno discors / In uno rursum concors.“
Zu deutsch: „Bei einer Sache uneinig, bei einer Sache dagegen einig.“ Auf dem Revers heißt es dazu:
„Zum Andenken an die Evangel(isch) Protest(antische) Kirchenvereinig(ung) im Grosherzogth(um) Baden // Heidelberg 1821.“
Die Interpretation des Bildes ist recht eindeutig: Der Baum symbolisiert die beiden Konfessionen, welche sich beide auf die Bibel berufen und die nach ihrer Trennung 1821 wieder zusammenfanden. Heidelberg im Hintergrund ist sowohl Prägestätte der Medaille als auch ein Zentralort der Reformation. Der anbrechende Tag ist wohl als Symbol für eine vielversprechende Zukunft zu betrachten. Die Verschiedenartigkeit der beiden Konfessionen wurde weiterhin anerkannt, die Einigkeit der beiden Glaubensrichtungen dennoch hoffnungsvoll angenommen.






