Nachlass des Pfarrers und Religiösen Sozialisten Ludwig Simon nachverzeichnet und recherchierbar gemacht
Der Nachlass des Pfarrers, Religionslehrers und Religiösen Sozialisten Ludwig Simon (1905-1995) wurde im Sommer 1999 von Pfarrer Ulrich Schadt, Karlsruhe, erschlossen und mit einem maschinenschriftlichen Findmittel versehen. Im September 2021 fand eine Nachverzeichnung statt (Nrn. 67-72). In diesem Zusammenhang wurde der Bestand retrokonvertiert, klassifiziert und technisch bearbeitet sowie das Findmittel online veröffentlicht.
Für die Geschichte der Religiösen Sozialisten in Baden birgt dieser Bestand zahlreiche Unterlagen. Neben einer großen Anzahl Predigten (1928-1991) sind Vorträge, Andachten, Kriegserinnerungen und Unterlagen aus der Kriegsgefangenschaft überliefert. Aber auch die Themenkomplexe ‚Friedensfrage‘, ‚Kriegsdienstverweigerung‘, ‚Antiatombewegung‘ und andere typische Fragen der religiös-sozialistischen Bewegung beinhaltet dieser Bestand. Daneben befinden sich Korrespondenzen, Familiengeschichtliches, Unterlagen aus dem Gemeindeleben in Wies, aber auch Materialien zur Rezeptionsgeschichte, darunter Unterlagen von Sohn Karl Ludwig Simon, Pfarrer an der Thomaspfarrei Karlsruhe, wie die Ansprache zur Benennung des Gemeindesaals der Luthergemeinde Mannheim in „Ludwig-Simon-Saal“ am 27.09.1998.
Der Nachlass ist ein beredtes Zeugnis von Simons Einsatz für die Ideen des Religiösen Sozialismus, den der Theologe und Philosoph Paul Tillich 1930 so definierte: Religiöser Sozialismus ist der Versuch, den Sozialismus religiös zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus zu gestalten und zugleich das religiöse Prinzip auf die soziale Wirklichkeit zu beziehen und in ihr zur Gestalt zu bringen.
Der Nachlass ist ein beredtes Zeugnis von Simons Einsatz für die Ideen des Religiösen Sozialismus, den der Theologe und Philosoph Paul Tillich 1930 so definierte: Religiöser Sozialismus ist der Versuch, den Sozialismus religiös zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus zu gestalten und zugleich das religiöse Prinzip auf die soziale Wirklichkeit zu beziehen und in ihr zur Gestalt zu bringen.
Mit seinen 72 Akten umfasst der Bestand 1,1 lfde. Meter und weist eine Laufzeit von 1892 bis 2000 auf. Im Lesesaal des Oberkirchenrats ist der Nachlass Simon einsehbar.





