Pfarrarchiv Binau

14. März 2017 | | ,

Vertriebene mit ihren Habseligkeiten

Das Pfarrarchiv Binau ist erschlossen – und barg eine kleine Überraschung: Unter Stapeln von alten Rechnungen fand sich ein gebundenes Buch ohne Aufschrift, in dem jeder einzelne in Binau 1945 und 1946 ankommende Flüchtling aufgelistet und die individuellen Lebensumstände festgehalten wurden. Dadurch erfährt man nicht nur die Namen der Flüchtlinge, sondern auch etwas über ihre Familien, welches Gepäck sie mitbrachten (bei vielen ist allerdings „ohne Gepäck“ vermerkt), wo sie vor ihrer Flucht wohnten, welche Berufe sie gelernt hatten, welche Namen ihre Kinder trugen und wer sie nun in Binau aufnahm. Ein einzigartiges Zeugnis der chaotischen Flüchtlingssituation in der Nachkriegszeit und ein Buch, das dem unübersichtlichen Flüchtlingsstrom Namen und Schicksale gibt.