Von außergewöhnlichen Funden und Fernsehaufnahmen – Team Nord auf Bezirksbereisung
Nach der ersten Bereisung des Kirchenbezirks Wertheim durch Team Nord im Herbst letzten Jahres liegt nun ein Großteil der bearbeiteten Archive vor. Diese erhielten die Kirchengemeinden nun zurück.
Anfang Juni machte sich also das Team Nord mit einem voll beladenen Transporter nach Wertheim auf. Am Ende des ersten Tages war der gesamte Laderaum bis auf gefaltete Umzugskartons und zwei Sackkarren leer und somit bereit, erneut beladen zu werden. Noch am Anfahrtstag begann das Team damit, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen: Der „Arbeitsalltag“ einer Bezirksbereisung begann.
Auch wenn sich die Tätigkeiten während eines Pfarrarchivbesuchs mehr oder minder gleichen, hierzu zählt beispielsweise die Trennung zwischen relevanten und irrelevanten Schriftgut – in der Fachsprache Bewertung genannt – sowie die Besichtigung der Räumlichkeiten im Hinblick auf ihre Eignung als Lagerungsort von Archivgut, so gilt dies nicht für die Verhältnisse innerhalb eines Pfarrarchivs. Auf jede Pfarrgemeinde muss sich das Team neu einstellen. In manchen Fällen existieren bereits (begonnene) Findbücher – Hilfsmittel zur Auffindung von Schriftgut -, in anderen steht das Team einer teilweise Jahrhunderte umfassenden unbearbeiteten Kirchengeschichte gegenüber.
Über diese und andere Aspekte ihrer Arbeit sprach das Team am zweiten Tag seines Wertheimaufenthaltes. „Licht an, Kamera läuft!“ hieß es in einem Biergarten vor der beschaulichen Kulisse des Klosters Breitenbronn.
Während eines Interviews beantworteten die drei MitarbeiterInnen einem Filmteam, welches im Auftrag der Landeskirche einen Film über das Projekt drehte, bei strahlendem Sonnenschein alle an sie gestellten Fragen. Doch dabei blieb es nicht: Im Rahmen der anschließenden Besichtigung hatte das Produktionsteam die Möglichkeit, Team Nord über die Schulter schauen – oft nicht ohne ein gewisses künstlerisches Augenzwinkern.
„Archivare – Sind das nicht diese Menschen, die im Keller mit alten Schriften arbeiten?“ In der öffentlichen Wahrnehmung ist das Berufsbild weitgehend mit falschen Vorstellungen und Klischees – die Spannweite reicht von der grauen Maus bis zum Indiana Jones des Archivguts – verbunden.
Doch wie die vergangene Bezirksbereisung zeigte, bestätigen Ausnahmen die Regel. Zum einen wurden die Projektmitarbeiter in einer Gemeinde von einem Pfarrer auf dessen Fund – einer Schatztruhe ähnelnden Holzkiste – aufmerksam gemacht. In dieser Truhe befanden sich allerlei Schriftstücke, die nun auf ihre genauere Betrachtung warten. Eine weitere „abenteuerliche“ Entdeckung machte eine andere Pfarrgemeinde: Im Zuge von Lichtinstallationen im Keller kamen in einem Holzschrank alte Rechnungen zum Vorschein.
Die in Vergessenheit geratenen Akten legte das Pfarramt den MitarbeiterInnen in einer Plastiktüte vor. Zum Vorschein kam stark verschmutztes Schriftgut, welches vor seiner Archivierung mittels eines Latexschwamms gereinigt werden muss. Diese Geschichten werden dem Team sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.
Nach vier Tagen fuhr ein bis obenhin mit Umzugskisten beladener Sprinter auf den Parkplatz der Paul-Gerhardt-Gemeinde Karlsruhe vor. Nun heißt es: Erschließung der Bestände. Welche interessanten Schriftstücke Team Nord dabei entdeckt? Wir halten Sie auf dem Laufenden.








