Nachlass 72 Jahre nach dem Tode übernommen
In diesen Tagen wurde der Nachlass von Pfarrer Karl Heinrich dem Landeskirchlichen Archiv übergeben. Pfarrer Heinrich ist bei einem Fliegerangriff auf Wollseifen (Eifel) in den letzten Kriegsmonaten am 21.01.1945 gefallen. Er hinterließ seine Ehefrau und vier Kinder. Die älteste Tochter hat nun – 72 Jahre später – unser Archiv wegen einer Übernahme angefragt.
Pfarrer Heinrich, der in Weiler bei Villingen seinen Dienst tat, kann stellvertretend für eine gesamte Generation stehen, die den Krieg nicht überlebt hat und deren Schicksal bis heute nachwirkt.
Der Nachlaß enthält Unterlagen aus dem dienstlichen und privaten Leben: Zeugnisse, Seminararbeiten, -predigten u. a. Schul- und Studienunterlagen, Predigten und Kasualansprachen, Vorträge (u.a. über die Melanchthonstifte), ein Krippenspiel aus dem Jahre 1942, die Familienchronik seiner Eltern aus Mosbach, Korrespondenz (auch Feldpostbriefe) mit seiner Braut und Ehefrau (1929-1945), Briefe an seine Mutter (1932) sowie etliche Fotos, darunter ein Porträtfoto, als Soldat und Bläser (u.a. beim Blasen zur Vereidigung 1941) und vom Stiftlertreffen Wertheim (1921, 1927). Des Weiteren finden sich eine Gratulation der Stiftler in Heidelberg zur Verlobung, wo Heinrich während seines Studiums als Präzeptor gearbeitet hat (mit Zeichnung, 1933) sowie die Todesanzeige und Beileidsschreiben.
Der Nachlaß ist der 111. Nachlaß in unserem Archiv (Sign. 150.111), er umfasst 0,4 lfm. und hat eine Laufzeit von 1921 bis 1946. Er wird hoffentlich zeitnah erschlossen werden können, um ihn besser recherchierbar zu machen. Einsehbar ist er allerdings schon jetzt, denn die Schutzfristen sind nach 72 Jahren überschritten. Den Nachweis, ein Biogramm und eine Bestandsbeschreibung finden sich in der Nachlassdatenbank des Bundesarchivs.
Die zahllosen enthaltenen Briefe zwischen ihm und seiner Braut und späteren Ehefrau sind ein Zeugnis einer Liebe in schweren Jahren.





