Erdbeben in Dühren und andere Ereignisse …
… überliefert das Pfarrarchiv Dühren, welches nun erschlossen wurde. Es hat eine beeindruckend lange Laufzeit, denn das älteste Blatt Papier stammt aus dem Jahr 1630, das jüngste von 2014.
Ein besonderer Fund im Archiv ist die „Chronik der evangelischen Kirchengemeinde Dühren“. Sie wurde handschriftlich 1902 begonnen und bis 1956 mit Auslassung der Jahre 1920-1950 geführt. Sie erzählt von den kleinen und großen Ereignissen in Dühren: Pfarramtswechsel, die Gründung des Frauenvereins oder gelungene Jugendgottesdienste finden darin ihren Platz; Mädchen, die sich für den Beruf der Krankenschwester entschieden haben, werden stolz erwähnt. Vom Erdbeben am 16. November 1911 ist die Rede, bei dem man glaubte „die Wände wollten über einem einstürzen“ und davon, dass sich das ganze Dorf auf den Straßen versammelte, um das Erlebnis miteinander zu besprechen. Es gab wohl nicht wenige, meint der Chronist, die dieses Erdbeben im Nachhinein als Vorzeichen der Katastrophe des Ersten Weltkriegs sahen. Die Chronik erzählt dann auch vom Ausbruch dieses Krieges 1914; beschreibt ausführlich, wie dieses Großereignis auch das kleine Dühren betraf und listet die Vermissten und Gefallenen des Ortes auf – nicht nur mit Namen, sondern mit einer ganzen kleinen Biografie. So spannt die Chronik den Bogen vom Mikrokosmos des Dorflebens zu den großen europäischen Geschehnissen der Zeit. Ein tolles Stück Geschichte!
Es ist geplant, diese Chronik zu verfilmen und zu digitalisieren, so dass sie nach der Rückkehr des Pfarrarchivs ins Pfarramt, im Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs als Reproduktion recherchierbar ist.





