Markgräfler Familienbücher aufgetaucht
In den letzten Tagen erreichte unser Archiv eine kleinere Paketsendung von einem bekannten und von uns geschätzten Autor zahlreicher markgräfler Ortsfamilienbücher. Diese enthielt zwei markgräfler Familienbücher, von deren Existenz wir nichts wußten und über die auch die einschlägige Literatur schweigt (Hermann Franz, Die Kirchenbücher in Baden, Karlsruhe 31957, S. 101. 225 – dort werden auch Familienbücher aufgeführt). Es handelt sich hierbei um das Familienbuch der Gemeinde Schallbach 1849-1882 mit Register sowie von deren Filial Fischingen 1850-1884 mit Register.
Dem Anschreiben ist zu entnehmen, dass der Absender dieser Sendung diese Bücher im genealogischen Nachlass eines verstorbenen markgräfler Heimat- und Familienforschers gefunden hat, der diesen dem Markgräfler Geschichtsverein e. V. vererbt und den der Absender als Vertreter des Vereins gesichtet hat. Es stellte sich heraus, dass der Nachlasser wiederum der Empfänger des genealogischen Nachlasses des jahrelangen Egringer Pfarrers Helmut Fehse (1928-2013) war, der die „Verkartung“ von 27 Orten des Kirchenbezirks Lörrach vornahm. Die Fehseschen Unterlagen enthielten neben familienhistorischen und presbyterologischen Unterlagen offensichtlich auch diese Familienbücher.
Es scheint sich dabei also um den typischen Fall zu handeln: Archivalien werden zum Zweck einer Auswertung mit nach Hause genommen und bleiben dort – sicherlich ungewollt – über einen (zu) langen Zeitraum. Und es ist dabei davon auszugehen und dies liegt in der Natur der Sache, dass die Gemeinde, die die Eigentümerin dieser Bücher ist, nach Pfarrstellenwechsel(n) irgendwann nicht mehr wusste, dass eine Rückgabe dieser Bücher fällig ist.
Nun können wir von einem großen Glücksfall reden und dem Absender großen Dank aussprechen, der diese Bücher einordnen konnte und unserem Archiv zukommen ließ.
Diese zwei Bücher sind durch ihr Kleinformat recht unscheinbar und weisen nicht das sonst übliche Folioformat auf. Vielleicht ist deren Verbleib in privater Hand auch deshalb so lange möglich gewesen.
Diese aufgefundenen Schallbacher und Fischinger Familienbücher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden in den Depositalbestand der ältesten Schallbacher Kirchenbücher (1582 ff.) aufgenommen und für eine Nutzung sowohl verfilmt (s. Findmittel) als auch digitalisiert (Kirchenbuchportal) und damit für die interessierte Öffentlichkeit recherchierbar gemacht.






