Neujahrsgrüße aus dem Feld

Der Feldpostbrief von Emil Lässle an Pfarrer Richard Krastel vom 7. Januar 1943 (LkA KA, 044. Lahr-Christus, Nr. 191)
Richard Krastel, der von 1922 bis 1950 Pfarrer an der Christuskirche in Lahr war, erhielt im Januar 1943 einen Feldpostbrief des Unteroffiziers Emil Lässle. Lässle, zu diesem Zeitpunkt in Amsterdam stationiert, bedankt sich in seinem Schreiben sehr herzlich für die Weihnachts- und Neujahrsgrüße, die ihn vom Evangelischen Volksverein in Lahr erreichten. Er richtet seinen Dank dafür sowohl an Pfarrer Krastel als auch an die Schriftführerin des Vereins. Ferner äußert er in seinem Schreiben den Wunsch, dass die Soldaten die kommende Weihnacht zu Hause bei ihren Familien verbringen mögen. Da der Zweite Weltkrieg von diesem Zeitpunkt an bekanntermaßen noch über zwei Jahre andauern sollte, ist sein Wunsch leider nicht in Erfüllung gegangen. Lässles weiteres Schicksal lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht rekonstruieren.
Dieser Feldpostbrief ist Teil der Überlieferung der ehemaligen Christusgemeinde in Lahr, die zwischen Mai und Juli 2018 im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche in Baden archivarisch aufgearbeitet wurde. Der Bestand umfasst den Zeitraum von der Reformations-Jubelfestfeier in Lahr (29. Juni 1856) und der Stiftung der Kirchengemeinde durch den Lahrer Kaufmann Christian Wilhelm Jamm, der in seinem Testament Geldmittel für den Kirchenbau, deren Unterhalt sowie für die Finanzierung der Pfarrstelle vorgesehen hatte, bis zu dem Zeitpunkt, als die Kirchengemeinde in der neugegründeten Kreuzgemeinde Lahr aufging (2015). Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Dokumentation der Kirchenrenovierung in den Jahren 1997 und 1998 sowie eine Akte zur Wiederbeschaffung von Kirchenglocken. In beiden Weltkriegen musste die Christuskirche ihre Kirchenglocken für den Krieg zur Verfügung stellen und in beiden Situationen gelang es der Gemeinde, jeweils durch Spendensammlungen, für Ersatz zu sorgen.




