Offenburger Gottesdienstbesuch um 1850 von „sehr fleißig“ bis „gar nicht“
Im ältesten Offenburger Familienbuch (1835, 1852-1857) ist ein Zettel mit der Überschrift „Kirchenbesuch“ eingelegt. Offenbar war es dem ersten hauptamtlichen Pfarrer Friedrich Müller (1814 – 1871; ab 1847 Diasporapfarrer Offenburg) ein Anliegen, den Gottesdienstbesuch in der neu errichteten evangelischen Gemeinde Offenburg (1854) zu notieren. Vielleicht bildete die am 4. November 1849 durchgeführte erste Kirchenvisitation den Anlass? Denn erst zwölf Jahre zuvor, im Jahre 1842, konnten sich die Evangelischen in Offenburg offiziell als Diasporagemeinde von Sand konstituieren.
Offensichtlich hat Offenburg als ein genuin katholischer Ort die Evangelischen ihrer Konfession und Praxis pietatis besonders bewusst sein lassen. Daher verwundert es nicht, dass der Kirchenbesuch als überwiegend „sehr fleißig“ beurteilt wurde, während die Spalten „fleißig“, „ziemlich“ und „gar wenig“ sich etwa die Waage halten. „Gar nicht“ hat die wenigsten Einträge, wenngleich das ja eigentlich den Ausfall eines Gottesdienstes mangels Beteiligung bedeutet.
Leider erschließt es sich nicht, ob jeder Strich einen Gottesdienst der Offenburger Gemeinde in den Anfangsjahren bedeutet. Die Anzahl der Striche lässt aber vermuten, dass der Gottesdienstbesuch eines Kirchenjahres beurteilt wurde.





