„Eier, wir brauchen Eier!“
So verlangte es einst ein ehemaliger Karlsruher Fußballtorhüter, aber vielleicht hallte solch ein Ruf in den 1950er und 1960er Jahren auch durch den nordbadischen Ort Großsachsen. Die dort ansässige Kirchengemeinde sammelte nämlich neben Geldspenden mehrfach pro Jahr auch Naturalien für karitative Organisationen, wie das Schifferkinderheim Mannheim oder die Jugendhilfe Baden. Zu den gesammelten Naturalien zählten Obst und Gemüse, Backzutaten, Nudeln oder ganze Kuchen.Ab 1953 wurden zudem jährlich zu Ostern Eier für das Hilfswerk der Evang. Kirche in Heidelberg gesammelt. Als Sammlungszwecke wurden im Lauf der Jahre die Alten- und Armenspeisung, aber auch die Versorgung von Flüchtlingen aus der ehemaligen DDR, die in Heidelberg zunächst u.a. im Übergangsheim in der Oberen Rödt einquartiert wurden, in den Akten vermerkt. Nachdem im ersten Jahr knapp 340 Eier zusammenkamen, steigerte sich die Zahl in den Folgejahren und erreichte 1968 mit ca. 1400 Eiern ihren Höhepunkt. Insgesamt wurden in den 1950er und 1960er Jahren über 12.000 Eier in Großsachsen gesammelt. Wie das nebenstehende Foto zeigt, nahm auch die Presse Notiz von diesen Sammlungen.
Sammelzettel, Belege über die diversen Geld- und Naturalsammlungen, die die ev. Kirchengemeinde in Großsachsen durchführte, sind in den jüngst verzeichneten Akten des Pfarrarchivs ebenso auffindbar wie Dankschreiben der mit den Spenden bedachten Organisationen (LkA KA, 044. Hirschberg-Großsachsen, Nrn. 89, 124). Nach der Bearbeitung in Karlsruhe geht der Bestand zurück in das Pfarrbüro der Kirchengemeinde Hirschberg-Großsachsen, aber das Findbuch ist im PDF-Format auf der Homepage des Landeskirchlichen Archivs herunterladbar.
Zeitungsbericht vom 29. April 1960, u.a. über die Eiersammlung aus Großsachsen für Menschen in den Heidelberger Übergangswohnheimen „Im Mörgelgewan“ und in der Oberen Rödt (LkA KA, 044. Hirschberg-Großsachsen, Nr. 89)





