In den Kirchenbüchern entdeckt …

Eintrag im Beerdigungsbuch Zell i. W. 1886-1948 über den Gedächtnisgottesdienst für die siebenköpfige Pfarrersfamilie Specht, die am 4. Dezember 1943 bei dem schweren Angriff auf Leipzig ums Leben kam
Ein Eintrag hebt sich in dem Beerdigungsbuch Zell im Wiesental 1886 – Jan. 1948 von den anderen ab: Es handelt sich hierbei um die sieben Mitglieder der Pfarrersfamilie Hugo Specht, für die am 19. Dezember 1943 um 14 Uhr in der Evangelischen Kirche Zell ein Gedächtnisgottesdienst abgehalten wurde.
Wer war die Familie Specht? Hugo Specht wurde am 6. Oktober 1893 in Zell i. W. als Sohn des langjährigen Zeller Pfarrers und späteren Schopfheimer Dekans Hermann Specht (1862-1949) und seiner Frau Hanna geb. Ullmann geboren. Nach dem Theologiestudium in Heidelberg, Kiel und Marburg und seinem Dienst als Kriegsfreiwilliger im I. Weltkrieg wurde er am 5. Oktober 1919 durch seinen Vater in Zell ordiniert. 1919 erfolgt die Rezeption, bevor er seinen Dienst als Vikar an der Ludwigspfarrei Freiburg antrat. In Freiburg lernte er seine Frau, Hanna Auguste Mayer, kennen, die er am 5. Dezember 1922 ehelichte. 1924 wurde Specht ebenda Pfarrverwalter und im Jahre 1929 trat er als Pfarrer der Unteren Pfarrei Schopfheim seinen Dienst an. Acht Jahre später, 1937, schied Hugo Specht aus der Badischen Landeskirche aus und wurde Pfarrer an der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Leipzig. Eine schicksalshafte Entscheidung, denn bei dem schweren Bombenangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 kam er mit seiner gesamten Familie und der Gemeindehelferin Hippe ums Leben.
Diese Nachricht erschütterte auch die Gemeinde, die sich mit der Familie Specht sehr verbunden fühlte und wo man reichlich zwei Wochen später einen Gedächtnisgottesdienst abhielt. Ihn hielt der Dekan Kirchenrat Karl Müller (1880-1953) zusammen mit dem Zeller Pfarrer Karl Pöritz (1902-1975). Als Predigttexte dienten Joh. 10,12 und Ps. 73, 25 f. Dem Eintrag entnimmt man, dass alle fünf Kinder als Schüler starben.




