Wunderschöne Einzelstücke oder Kitsch? Zeugnisse der Volksfrömmigkeit bilden einen neuen Sammlungsbestand
Es ist kein Phänomen der Gegenwart, dass der christliche Glaube jedwede Form von Frömmigkeit hervorbringen kann und entsprechende Spuren einer christlichen Kultur- und Mentalitätsgeschichte hinterlässt. So ist natürlich und gerade im Bereich der Volksfrömmigkeit eine bemerkenswerte Tradition entstanden. Im Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe geben Fund- und sonstige Einzelstücke zumeist aus dem privaten Bereich darüber ein beredtes Zeugnis ab. Ob man diese Zeugnisse als „wunderhübsch“ oder schlichtweg als „Kitsch“ einordnet, steht auf einem anderen Blatt und wird sicherlich immer wieder eine andere Antwort finden.
Der neu angelegte Sammlungsbestand ‚165., Zeugnisse der Volksfrömmigkeit‘ speist sich hauptsächlich aus „Einlagen“ in Gesangbüchern des 19. und 20. Jahrhunderts der Gesangbuchsammlung der Landeskirchlichen Bibliothek, die beim Katalogisieren herausgelöst wurden. Aber auch Fundstücke aus Bibeln, Andachtsbüchern und anderer Erbauungsliteratur oder Exemplare, die auf anderem Wege in das Landeskirchliche Archiv geraten sind, gehören dazu.
Als eine klassische Sammlung ergänzt sie die Überlieferung der landeskirchlichen Verwaltung. Diese Zufallsfunde weisen unterschiedlichste Provenienzen, Formate, Bildwerke, Texte und Inhalte auf. Es handelt sich um einen offenen Bestand. Als Zeugnisse der Frömmigkeitskultur haben sie durch ihren Anschauungswert einen hohen Aussagegehalt.
Dieser (im Moment noch) kleine, aber feine Bestand wartet noch auf seine Erschließung; er kann aber auch in unbearbeitetem Zustand im Lesesaal innerhalb der Benutzerzeiten eingesehen werden.






