Innenstadtgemeinden Pforzheim – Folge II. 2.: Stadtpfarrei
(Fortsetzung vom 5.12.2022)
Durch diese, und noch viele weitere Veränderungen innerhalb der Pforzheimer Gemeinden stellte das Pfarramt der Südpfarrei am 8.11.1967 den Antrag auf Namensänderung: Da es keine Nord- noch West- oder Ostpfarrei mehr gab, war der Name der Südpfarrei überholt. Der Ältestenkreis schlug vor, dass die Gemeinde mit dem Datum der Einweihung der Stadtkirche (21.4.1968) den Namen „JAKOBUSPFARREI“ erhält. Dieser Antrag wurde am 11.12.1967 vom Kultus- und Verfassungsausschuss des Evangelischen Kirchengemeinderats Pforzheim genehmigt.
1968 stellte die Melanchthongemeinde die drittgrößte Gemeindegliederzahl nach der Altstadt- und Lukasgemeinde. Bereits im Jahr 1960 begannen die ersten Überlegung zum Wiederaufbau der zerstörten Stadtkirche. Ursprünglich sollte der alte Turm als Mahnmal erhalten bleiben. Besichtigungen ergaben jedoch, dass die Tragfähigkeit des Gemäuers nicht mehr gewährleistet werden konnte. Daher beschloss man, den Turm abzureißen und einen neuen zu errichten. Kritiker fragten zu dieser Zeit an, wieso das Bauvorhaben eines 80m hohen Turms erfolgte, wo doch noch immer Schulen und Krankenhäuser fehlten. Was diesen geantwortet wurde, ist leider nicht überliefert. Die Einweihung der neuen Stadtkirche erfolgte am 12. April 1968.
Durch den Bau der Stadtkirche, die sowohl als Gemeindekirche der Jakobus- und der Melanchthongemeinde, als auch im Sinne einer Zentralkirche der Stadt Pforzheim dienen sollte, rückten die Jakobus- und Melanchthongemeinde immer stärker zusammen. Bereits zum 1. Januar 1967 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeindearbeit zwischen den beiden Gemeinden. Die Seelsorge, diakonische Betreuung der Kindergärten, Kasualien und Konfirmandenunterricht führte jedoch jede Pfarrei selbstständig durch. Hingegen gab es bereits gemeinsame Ältestenkreis- und Gemeinderatssitzungen und auch die Gemeindeversammlungen und -freizeiten, Konfirmandenrüsten und Gottesdienste wurden zusammen durchgeführt. Auf anderen Gebieten teilten die Gemeinden die Arbeit schwerpunktmäßig auf. So übernahm die Jakobusgemeinde die Organisation von Altenarbeit, Bibelabende, Diakonie, Feste und Feiern und die Kassenführung. Die Melanchthongemeinde befasste sich hingegen mit der Jugendarbeit, Seminaren und Bibelwochen und den Mitarbeiterrüsten. Zudem übernahm sie die Verantwortung der Kommunikation im Stadtbezirk und ergänzende Bürotätigkeiten. Mit der Geschäftsführung wechselten sich die Pfarrstelleninhaber in einem 2-Jahres-Turnus ab.
Diese enge Zusammenarbeit resultierte 1998 in einer längst überfälligen Fusion zur Stadtkirchengemeinde. Am 23. Februar 2005 wurde die Stadtkirche als Mitglied des Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e.V. zum Nagelkreuzzentrum Pforzheim, genau 60 Jahre nach Zerstörung der Stadt.
Durch die Fusion aller Innenstadtgemeinde Pforzheims ging auch die Stadtkirchengemeinde 2019 schließlich in der neu gebildeten Friedensgemeinde Pforzheim auf. Fortsetzung folgt …





