Nachlass der Pfarrerin und Frauenhistorikerin Hilde Bitz (1929-2017) übernommen

14. Dezember 2017 | | ,

Hilde Bitz bei einer Taufe in der Paul-Gerhardt-Kirche Mannheim (1980) [LkA KA, 150.113, Nr. 1294]

Das Landeskirchliche Archiv hat den Nachlass der Pfarrerin und Frauenhistorikerin Hilde Bitz (1929-2017) übernommen. Sie war die erste gleichberechtigte Frau in einem Pfarramt unserer Landeskirche (1971) und hat damit Kirchengeschichte geschrieben.
Diese Tatsache hat sie ihr Leben lang beschäftigt: So ist sie Verfasserin zahlreicher Veröffentlichungen zur Geschichte der Frau im geistlichen Amt sowie etlicher Lebensbilder von Theologinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber auch durch Vortragstätigkeit ist sie in Erscheinung getreten.

Dementsprechend beinhaltet der übernommene Nachlass Unterlagen zur badischen Frauengeschichtsschreibung, zum Konvent evangelischer Theologinnen in Deutschland (u.a. Tagungsteilnehmerlisten, gedruckte Theologinnenverzeichnisse) und in Baden, zur Geschichte der Frau im geistlichen Amt und Vortragsmanuskripte. Aber auch Unterlagen zum 50jährigen Jubiläum der Paul-Gerhardt-Kirche Mannheim, zum Weltgebetstag, zu Bibelwochen, den Themenkomplexen ‚Frau und Sexismus und ‚Bio-Ethik“, zum Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule sowie Korrespondenzen und Forschungsunterlagen zu Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, v. a. zu einzelnen ‚frühen‘ evangelischen Theologinnen, sind enthalten. Zudem finden sich ein Fotoalbum, berufliche Unterlagen, Dissertation (1919) und Promotionsurkunde der Theologin Grete Gillet (1895-1970). Des Weiteren bilden Zeugnisse, Urkunden (auch von Doris Faulhaber, mit der sie eine Lebensgemeinschaft bildete – vgl. Nachlass 150.106), Korrespondenzen, Fotoalben (Reisen 1950-1962, u.a. vom Kirchentag Berlin 1961), einzelne Fotos (u.a. als Kind, Pfarrerin, beim 70. Geburtstag und von Doris Faulhaber), Post zum 80. Geburtstag, Amtskalender 1956-2016, Notenheftchen des Elisabethgymnasium (1963), Gottesdienstprogramme des Diakonissenmutterhauses Mannheim (1984/85) ein beredtes Zeugnis ihres Lebens. Ihre Bibel und ihr NT Graece sowie ihr Talar mit Beffchen, Krägen, Barett lassen ihr geistliches Wirken greifbar werden; der Büchernachlass ist in die Landeskirchliche Bibliothek übergegangen.

Der Nachlaß hat die Signatur 150.113, einen Umfang vom 1,7 lfm und eine Laufzeit von (1919) 1946 bis 2017. Es ist geplant, diesen Nachlass zeitnah zu erschließen, um ihn der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Allerdings wird er aufgrund personenbezogener Daten nur mit Antragstellung auf Verkürzung der Schutzfristen benutzbar sein.