Eine Gemeinde hält zusammen
Da die Pforzheimer Innenstadt im Februar 1945 ebenfalls von Bomben getroffen und dabei fast vollständig zerstört wurde, konnte die Pforzheimer Kirchengemeinde den kleinen Stadtteil nicht finanziell unterstützen.
Allerdings ließen sich die Weißensteiner nicht unterkriegen. Bereits im Frühjahr 1948 begannen Holzfällerarbeiten für den Wiederaufbau der Kirche. Im Sommer trugen die Ehrenamtlichen und Freiwilligen hunderte Kubikmeter Schutt ab. Unterstützung in Form von Lebensmitteln erhielten sie dabei von ehemaligen Bürgern, welche in die USA emigriert waren. Die Finanzierung der Arbeiten wurde durch die Währungsreform wiederum erschwert. Im November 1948 schrieb Pfarrer Gustav Sittig (1896-1990) an den Vorstand der Papierfabrik: „[…] Da allgemein die Meinung vorherrscht, dass die Bomben, die unsere Kirche zerstört haben, eigentlich der Papierfabrik zugedacht waren, halten wir es nicht für unangebracht, wenn wir hiermit die Papierfabrik Weissenstein A.G. bitten, sie wolle uns beim Wiederaufbau unserer Weißensteiner Kirche ihre Hilfe leihen und uns die Geldmittel für die oben angeführten Arbeiten zur Verfügung stellen. […]“. Es scheint, dass die Papierfabrik einwilligte und die Gemeinde unterstützte.
Die Nachricht, dass die Gemeinde den Wiederaufbau ihres Gotteshauses unter diesen schwierigen Umständen trotzdem vorantrieb, brachte den Evangelischen Oberkirchenrat dazu, der Gemeinde ein Darlehen von 20.000 DM zu gewähren.
Am 5. Oktober 1951 waren die Rohbauarbeiten so weit abgeschlossen, dass die Gemeinde ihr Richtfest feiern konnte und am 11. Februar 1951 der Innenausbau abgeschlossen wurde. Eine Urkunde, welche die bewegende Geschichte des Weißensteiner Kirchenwiederaufbaus erzählt, wurde in das Fundament des Altars eingelassen.






