Orkan Lothar am 2. Weihnachtstag 1999 in Legelshurst

28. August 2019 | | , ,

Schäden am Turm der Legelshurster Kirche nach Orkan Lothar am 26.12.1999; zu sehen ist nicht, dass auch der Turmhahn nur noch schräg auf der Spitze hing (LkA KA, 150.115, o. Sign.)

… ist ein Ereignis von vielen Geschehnissen, die Pfarrer Bruno Häfner während seiner Dienstjahre miterlebte und dokumentiert hat, wenngleich nicht alle eine derartige Außerordentlichkeit aufweisen. Als um 11 Uhr der Orkan urplötzlich aufbrach, waren die meisten Gottesdienstbesucher glücklicherweise bereits zu Hause.

Der ehemalige badische Landesjugendreferent und Pfarrer i. R. Bruno Häfner übergab 2015 und im Sommer 2019 dem Landeskirchlichen Archiv insgesamt zwölf chronikalische Jahresberichte.
Häfner ging 1958 auf die Diakonenschule Karlshöhe in Ludwigsburg, wurde 1962 Jugenddiakon in Saarbrücken, bevor er im Jahre 1968 die Stelle des Bezirksjugendreferenten des Kirchenbezirks Oberheidelberg antrat. 1973 wurde Häfner Landesjugendreferent der Landeskirche und drei jahre später zum Pfarrdiakon ordiniert. Als solchen übertrug man Häfner 1978 die Versorgung der neu gebildeten Gemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst, ab 1980 mit der Amtsbezeichnung „Pfarrer“. 1991 wechselte Bruno Häfner die Pfarrstelle und wurde Pfarrverwalter Legelshurst. Im Jahre 2000 ging er in den Ruhestand.

Dadurch, dass diese Jahresberichte kein amtliches Schriftgut darstellen, wurden diese zum „Nachlass Häfner, Bruno“ formiert. Sie stellen aufgrund ihrer tagebuchartigen und reich bebilderten Aufmachung eine herausragende Sekundärquelle dar, die mit den Überlieferungen der Pfarrarchive und des Oberkirchenrats korrespondieren und diese ergänzen. Vor allem für ortskirchengeschichtliche Studien zu den Gemeinden Karlsdorf-Neuthard-Forst (1978-1991) und Legelshurst (1991-2000) haben die Häfnerschen Dokumentationen einen bemerkenswerten Aussagehalt.

Zusammenfegen der Ziegel und Schieferplatten noch am selben Tage (LkA KA, 150.115, o. Sign.)

Der nun gebildete „Nachlass Häfner, Bruno“ hat die Bestandssignatur 150.115 erhalten und reiht sich ein in nun insgesamt 115 Nachlässe von Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens unserer Landeskirche. Er ist nach dem im letzten Jahr übernommen Nachlass Eugen Müller (150.114) der zweite Nachlass eines als Pfarrdiakons eingesetzten Theologen. Damit schließt er eine Lücke, weil diese Jahresberichte beispielhaft und eindrücklich aufzeigen, wie ab den 1970er Jahren eingesetzte Pfarrdiakone theologisch und gemeindlich gearbeitet haben.

Er wird hoffentlich zeitnah erschlossen werden können. Mit einem Antrag auf Schutzfristenverkürzung ist er allerdings schon jetzt für die interessierte Öffentlichkeit einsehbar. Den Bestandsnachweis, ein Biogramm und eine Bestandsbeschreibung finden sich in der Nachlassdatenbank des Bundesarchivs.