Erneut ein Maas im Haus: Die Erschließung des abgegebenen persönlichen Nachlasses ist vollendet!
Kurz nach der Aktualisierung des Nachlasses von Hermann Maas (s. Beitrag vom 28.01.2022) stand dessen Enkel (angekündigt) vor unserer Eingangstür mit einem großen Plastikkorb voll mit Dokumenten, Fotos und allmöglichen Besonderheiten wie der hauseigenen Mesusa. Der Inhalt der Kiste offenbarte noch viel mehr: Originale der Briefe von Avital und Schalom Ben-Chorin, von denen im Hause bis jetzt nur Kopien vorhanden waren, handschriftliche Vorbereitungen zu Reden und Predigten und vor allem etwas zuvor Ungesehenes im vorfindlichen „Nachlass Maas“: Persönliches. Der Reisepass mit all seinen Visa für Israel, Urkunden zur Diamantenen Hochzeit, Einladungen vom Großherzog zur Frühstückstafel, Briefe von Martin Buber und Albert Schweitzer. All diese Aufbewahrungen zeigen, was Maas und seine Nachkommen für aufbewahrungswürdig hielten, und das, was das Archiv hier für archivwürdig hält. Wie zu erwarten war, befanden sich viele Schriften, Urkunden und Briefe mit einem Bezug zu Israel und/oder dem Judentum in den persönlichen Nachlassunterlagen – jedoch nicht nur.
Eine ganze Reihe an Predigten, Ansprachen und Gottesdiensten hatte der Enkel für ihn mit aufbewahrt und auch reichlich Korrespondenzen zu seinen Freunden im Ausland, aber auch zuhause in Heidelberg und der Region. Generell lässt sich aus der Erweiterung des Großbestandes „Nachlass Hermann Maas“ erkennen, dass Maas vieles seiner Freunde und Familie aufbewahrte.
Und auch wenn es sein Einsatz für die Verbesserung von deutsch-israelischen und christlich-jüdischen Verhältnissen war, für den er bekannt ist, interessiert das Archiv der Landeskirche Baden sich natürlich auch an Maas in seiner Rolle als Prälat. Besonders interessant sollten, zumindest für eine kirchenhistorische Perspektive, auch die Korrespondenzen und Predigten während der NS-Zeit werden; so schrieb Maas einem Freund, dem Hauptlehrer Otto Kratzert aus Weingarten, anlässlich seines Lehrverbots und dessen spätere Migration nach England während der späten 1930er Jahre (Akte Nr. 224).
Für das Archiv ist die Erschließung des persönlichen Nachlasses ein voller Erfolg, denn in den vorherigen Teilbeständen ließ sich so gut wie nichts Persönliches von Maas wiederfinden. Die Akten sind nun (erneut) vollständig erschlossen und können durch das Findmittel online recherchiert werden und sind analog im Lesesaal einsehbar.







