Vertrag der Evangelischen Gemeinde Lauda mit der BRD

15. November 2019 | | ,

Vertrag der Standortverwaltung Tauberbischofsheim mit der Kirchgemeinde Lauda über die Mitnutzung von Gottesdiensträumen vom 18. Mai 1967 [LkA KA, 044. Lauda, Nr. 64]

 Auch die Laudaer Diaspora blieb vom Krieg nicht verschont. An Ostern 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, fanden in Messelhausen, Königshofen und Grünsfeld größere Kampfhandlungen zwischen deutschen und alliierten Soldaten statt. In diesen gab es auf deutscher Seite viele, vor allem sehr junge Opfer. Deswegen wurde im August 1951 in Königshofen ein Soldatengrab eingeweiht, in welchem 48 bekannte und elf unbekannte Soldaten bestattet wurden. Am 27. Mai 1954 wurde in Messelhausen ein Heldenfriedhof eingeweiht. Neben der dortigen Kirche haben 46 Soldaten, darunter 25 Namenlose, ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Am 22. Februar 1957 wurde der Militärseelsorgevertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Evangelischen Kirche geschlossen. Dieser regelte die Seelsorge in der Bundeswehr. Da die Bundeswehr in Lauda bis 2004 eine Kaserne unterhielt („Tauberfranken-Kaserne“), wurde am 18. Mai 1967 zwischen der Kirchengemeinde Lauda und der Bundesrepublik Deutschland ein Vertrag über die Mitbenutzung der Gottesdiensträumen in der Kirche in Lauda geschlossen.
Die evangelische Kirche wurde für Militärgottesdienste daraufhin 1x monatlich (nach Bedarf auch mehrmals) für Kasualien für Militärangehörige (Taufen, Trauungen etc.) freigegeben.
Der Vertrag wurde auf unbestimmte Dauer geschlossen und endete schließlich mit der Aufhebung Laudas als Standort der Bundeswehr.

Dieser Vertrag ist bei der Bearbeitung des Pfarrarchivs der Kirchengemeinde Lauda zum Vorschein gekommen. Der bearbeitete Bestand der Kirchengemeinde umfasst 2,0 laufende Meter und beinhaltet 123 Verzeichnungseinheiten – das Findbuch ist als PDF auf unserer Homepage zu finden.