Die Gegenwart bildet die Zukunft – Abschließende Nachverzeichnung des Nachlasses von Pfarrer und Kirchenrat Hans Herrmann
Nun ist es vollbracht. Nach mehrmaliger Bearbeitung wurde der Nachlass von Landesjugendpfarrer und Kirchenrat Hans Herrmann (1907-2014), übergeben von Witwe Ingeborg Herrmann (2015) sowie Sohn Hans Jürgen Herrmann (2019), im April 2023 vollständig bearbeitet und damit für die Nutzung fertiggestellt. Besonders präsent ist dabei das Engagement Herrmanns für die Kirchenjugend, um die er sich schon in frühesten Jahren bemühte.
Hans Herrmann wurde am 14.07.1907 in Wilferdingen als Sohn des Pfarrers Adolf Herrmann und dessen Frau Adelheid geb. Calvino als drittes von sieben Kindern geboren. Nach seinem Theologiestudium in Bethel, Tübingen, Erlangen und Heidelberg, während dem er bereits ehrenamtlich als Landeswart im Bund Deutscher Bibelkreise (BK) tätig war, folgten von 1931 bis 1933 Anstellungen als Vikar in Karlsruhe, Durlach und Bruchsal. Anschließend trat er seine erste Pfarrstelle in Sulzfeld an, welche er bis 1946 innehatte. Dabei widmete er sich auch der Geschichte Sulzfelds. 1935 heiratete er in Bethel seine erste Frau, Elisabeth geb. Ehmann. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Wie viele seiner Kollegen musste auch Hans Herrmann im Zweiten Weltkrieg als emotionaler Rückhalt für seine Gemeinde dienen, was auch anhand der überlieferten Feldpostbriefkorrespondenz und in Sulzfeld gehaltenen Gedächtnisgottesdienste deutlich wird. Von 1946 bis 1955, das Jahr, in welchem seine Frau verstarb, war er als Landesjugendpfarrer in Karlsruhe tätig, und engagierte sich somit wiederum um die evangelische Jugend. Im Anschluss war Herrmann als Direktor des Evangelischen Seminars für Wohlfahrtspflege und Gemeindedienst bis 1968 in Freiburg. Parallel dazu hatte er von 1961 bis 1967 den Vorsitz der Evangelischen Jugend Deutschland inne.
Als Kirchenrat und Hauptgeschäftsführer des Diakonischen Werks Baden wurde er erneut nach Karlsruhe berufen, wo er bis 1976 verweilte. In jener Zeit heiratete er seine zweite Frau Ingeborg geb. Gunkel; aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Nach seiner Arbeit im Diakonischen Werk trat Hans Herrmann 1976 in den Ruhestand ein, welchen er ab 1980 in Spielberg/Karlsbad verbrachte, wo er schließlich am 3.04.2014 hochbetagt verstarb.
Der vorhandene Nachlass besteht zu einem Großteil aus persönlichen Unterlagen (Briefe, Postkarten, Zeitschriften), Predigten, weiteren Arbeitsbereichen wie die Bibelwochen, Konfirmandenarbeit und dem Badischen Bibellandheim Brandmatt, seinen Aufgaben im Zweiten Weltkrieg (Feldpost, Gedächtnisgottesdienst) sowie einigen Aufsätzen seines Vaters Adolf Herrmann (1870-1930). Des Weiteren beinhaltet der Nachlass Unterlagen aus Herrmanns Studienzeit, sowie Pfarramtskalender, Materialien zu den Hugenotten und Waldenser, weitere Arbeitsbereiche (EJD, Seniorenkonvent Karlsruhe, Diakonie, Theologendienst) sowie gesammelte eigene Vorträge.
Der Nachlass „Hans Herrmann“ (Bestand 150.104) kann nun im Findmittel online recherchiert und im Lesesaal eingesehen werden. Allerdings wurden die darin enthaltene Bildwerke in den Bestand 154., Fotos und Bilder, aufgenommen (vgl. Findbuch).






