Die Urkundensammlung – klein, aber gehaltvoll

20. März 2017 | |

Urkunde über den Verkauf des ehemaligen Pfarrhauses in Wallstadt an Johann Brucher, Pfalzkeller zu Bruchhausen (1586) [LkA KA, Bestand 168., Nr. 32]

In der vergangenen Woche wurde im Rahmen eines Praktikums die Urkundensammlung neu erschlossen, die schon lange im Magazin auf ihre „Wiederentdeckung“ wartete. Es handelt sich dabei um 35 Archivalien verschiedenster Zeitstellung, ausgehend vom Ende des 15. Jahrhunderts bis in das eben erst begonnene 21. Jahrhundert. Mit ihrer Formierung zum neuen Bestand 168. Urkunden steht die Sammlung jetzt für die wissenschaftliche Forschung wie für die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung – das Findmittel haben wir als PDF veröffentlicht.

Trotz seines kleinen Umfanges gibt dieser Bestand sehr interessante Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche des kirchlichen Lebens und Handelns quer durch die Jahrhunderte. So finden sich darunter Kirchenverträge und Urkunden zu kirchlichen Bauvorhaben genauso wie Kauf- und Tauschverträge (siehe Foto). Hinzu kommen personenbezogene Dokumente, wie etwa Kollektenpatente, unter anderem für den Bau der reformierten Kirche in Karlsruhe von 1719 und 1721. Besonders hinzuweisen ist auch auf das reich verzierte Adelsdiplom für Elisabeth Offensandt von Berckholtz von 1887, deren Sohn Wilhelm 1909 das nach ihr benannte evangelische Pflegeheim in Karlsruhe stiftete.

Insgesamt ist es neben der thematischen Breite vor allem die beeindruckende Vielfalt an äußeren Gestaltungsformen, welche eine Beschäftigung mit diesem Bestand so spannend macht.