Fundstücke im Archiv: Gesangunterricht in Grenzach im 19. Jahrhundert

11. Dezember 2018 | |

Abhandlung von Lehrer W. Fischer über die Methode zum Treffen der Töne im Gesangunterricht (Frage 3; Juli 1841) [LkA KA, 043. Lörrach, Nr. 62: Grenzach – Vorsängerdienst]

Das Phänomen dürfte bekannt sein: Unterlagen sammeln sich an, werden immer mal wieder von einer Ecke zur anderen geräumt. Ja, so etwas kann auch mal in einem Archiv vorkommen. Zum Glück ist das dort kein Dauerzustand, denn eine der Hauptaufgaben von Archivarinnen und Archivaren ist die Sicherung, Ordnung und Zugänglichmachung von archivwürdigen Unterlagen. Wenn sich der Archivar oder die Archivarin den unbearbeiteten Stapeln annimmt, kann es so manch schöne Überraschung geben. So geschehen im Fall von Unterlagen aus dem 19. Jahrhundert, die der Landeskirchenkasse zuzurechnen sind. Diese werden derzeit bearbeitet und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Beim Sichten und Ordnen der Unterlagen kam es zu einem Zufallsfund, der zum Schmunzeln einlädt. Inmitten von Unterlagen zum Kirchensteuerwesen und zur Rechnungsprüfung in den Kirchengemeinden fand sich ein Dokument mit dem schönen Betreff

„Gehorsamste Beantwortung der Frage: Welche Methode im Gesangunterricht führt am schnellsten und sichersten zum Treffen der Töne?“

Die Abhandlung umfasst fünfzehn dicht beschriebene Seiten, die von Schullehrer Wilhelm Fischer aus Grenzach im Juli 1841 verfasst wurde. Es lässt sich nur vermuten, in welchem Zusammenhang Lehrer Fischer den Text verfasste. So wurde er dem Dekanatsarchiv Lörrach zugeordnet.

Der fehlende Kontext mag für ArchivarInnen und HistorkerInnen Mangel und Ansporn zugleich sein, dem Inhalt des Textes tut das keinen Abbruch. Schullehrer Fischer jedenfalls gibt hilfreiche Tipps zur Stimmausbildung. Falls nun der eine oder die andere SängerIn neugierig geworden sind, der Text steht allen Interessierten im Landeskirchlichen Archiv zur Einsicht zur Verfügung. Singen und dabei die Töne treffen – gerade im Advent genau das richtige!