Es geht auf Weihnachten zu

Heimatbote Eschelbronn, 1. Jg., Nr. 12, mit dem Text „Es geht auf Weihnachten zu“ [Quelle: LkA KA, 043., Nr. 470]
Vor hundert Jahren, zu Kriegszeiten, wollte bei Pfarrer D. Dr. Cordier zunächst keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Dies beschreibt er in seinem geistlichen Grußwort. Erst mit dem Packen von Weihnachtspaketen für die Soldaten an der Front wird ihm bewusst: „es geht auf Weihnachten zu“. „Denn zur Weihnachtsstimmung gehört, dass man jemand etwas Liebes erweisen darf.“
Der Heimatbote für die Ev. Gemeinden Eschelbronn und Neidenstein wurde von Pfarrer D. Dr. Cordier im Jahr 1916 begonnen. Vermutlich sollten durch ihn die Soldaten im Krieg über die Geschehnisse in der Heimat informiert werden. Es finden sich in den Heimatboten vor allem Berichte von gefallenen Soldaten (zum Teil auch mit Fotos), aber auch eine Fortsetzungsgeschichte mit Kriegserinnerungen von 1807-1815, Gedichte, ein Bericht über die Landung eines Flugzeugs in Neidenstein sowie die Beschreibung der abgenommenen Glocken. Des Weiteren wird dem verstorbenen ehemaligen Pfarrer Richard Schmidt (+ 28.12.1916) gedacht. Eine Ausgabe beinhaltet die Abschiedspredigt von Pfarrer Dr. Cordier und in der letzten überlieferten Ausgabe ist die Antrittspredigt von Pfarrer Otto Friedrich Hessig (1883-1945) abgedruckt.
Insgesamt zwölf Ausgaben des Heimatbotens (vom Dezember 1916 bis Januar 1918) sind im Dekanatsarchiv Sinsheim überliefert. Sie sind bei Umverpackungsarbeiten aufgetaucht.




